Schwangerschaftsverlauf nach IVF beim PCO-Syndrom

Die Diskussion darüber, ob beim PCO-Syndrom mit einem negativen Einfluss auf den Schwangerschafts-Verlauf zu rechnen ist, dauert schon viele Jahre an. Die Aussagen der Studien differieren, so dass Updates der publizierten Meta-Analysen immer wieder interessant sind.

Eine aktuelle Meta-Analyse beschäftigte sich speziell mit der Frage, ob sich die Komplikationsrate bei Schwangerschaften nach IVF beim PCO-Syndrom im Vergleich mit anderen IVF-Indikationen unterscheidet (Sha et al. A meta-analysis of pregnancy-related outcomes and complications in women with polycystic ovary syndrome undergoing in vitro fertilization. Reprod. Biomed. Online 2019; March 28 [Epub ahead of print]).

Von initial 2109 einbezogenen Publikationen (bis Juli 2018) erfüllten 30 Studien (4 prospektiv, 26 retrospektiv) die Einschlusskriterien.
In deren Meta-Analyse wiesen Frauen mit einem PCO-Syndrom (n=19650) im Vergleich zu Frauen mit anderen IVF-Indikationen (n=43482) eine höhere Wahrscheinlicheit für die nachfolgenden Komplikationen in der Schwangerschaft auf:

  • Abort (OR 1,7, 95CI% 1,01 – 1,86)
  • extrauterine Gravidität (OR 2,20, 95CI% 1,27 – 3,80)
  • Überstimulationssyndrom (OHSS) (OR 4,87, 95CI% 3,67 – 6,48)
  • Gestationsdiabetes (OR 2,77, 95CI% 1,37 – 5,58)
  • Gestationshypertonus (OR 2,14, 95CI% 1,33 – 3,45)
  • Frühgeburtlichkeit (OR 1,67, 95CI% 1,31 – 2,13)
  • Makrosomie (LGA) (OR 2,20, 95CI% 1,04 – 4,66).

Keine Unterschiede ergaben sich für die Rate an Mehrlingen, SGA-Kindern und Fehlbildungen. Etwas höher lagen beim PCO-Syndrom die klinische Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate.
Die Meta-Analyse sensibilisiert für die mit einem PCO-Syndrom assoziierte höhere Komplikationsrate in Schwangerschaften nach IVF.

Prof. Dr. med. Frank Nawroth