Randomisierte Studie zur „Auslösespritze“ im natürlichen Kryotransferzyklus

Für die erfolgreiche Übertragung von Embryonen nach vorheriger Kryokonservierung werden unterschiedliche Methoden zur Vorbereitung des Endometriums und der Implantation verwendet. So wird neben dem supplementierten Zyklus unter exogener Zufuhr von Östrogenen und Gestagenen möglichst häufig der natürliche Zyklus (NC) der Patientin genutzt. Dabei erfolgt ein Monitoring mittels Ultraschall und Hormonanalytik zur genauen Feststellung der Ovulation und dazu passender Festlegung des Auftauens sowie des Embryotransfers.

Eine aktuell publizierte randomisiert-kontrollierte Studie untersuchte für den natürlichen Zyklus, ob ein modifizierter NC mit Ovulationsinduktion („Auslösespritze“) ab einem ausreichenden Endometriumaufbau (> 6 mm) und Nachweis eines Leitfollikels von > 17 mm die klinischen Schwangerschaftsraten beeinflusst (Mackens et al. To trigger or not to trigger ovulation in a natural cycle for frozen embryo transfer: a randomized controlled trial. Hum. Reprod. 2020; 35: 1073-1081). Dafür wurde bei 248 Patientinnen am Zyklusanfang und ab Tag 9 zunächst täglich sowie anschließend in individuellen Intervallen untersucht. Die klinische Schwangerschaftsrate lag bei 33,6% bzw. 29,3 % (NC versus modifizierter NC, p = 0,46), die Rate fortlaufender Schwangerschaften bei 27,2% versus 24,4 %, p = 0,61). Da bei 37 Patientinnen aus der Gruppe mit geplanter zusätzlicher Auslösespritze bereits während der Untersuchungen ein LH-Anstieg erkennbar war, wurde die Auswertung auch unter diesen Bedingungen („intention-to-treat-Analyse“) ohne einen im Ergebnis feststellbaren Unterschied überprüft.

Von Bedeutung für Arzt und Patientin dürfte aber auch sein, dass die Anzahl der Ultraschalluntersuchungen mit durchschnittlich 3 versus 4 im modifizierten natürlichen Zyklus signifikant niedriger lag.

Prof. Dr. med. Barbara Sonntag