Prädiktoren eines POI und einer frühzeitigen natürlichen Menopause

Eine aktuelle Stellungnahme der EMAS (European Menopause and Andropause Society) hat sich zur Assoziation von genetischen, reproduktiven und Umweltfaktoren mit dem Zeitpunkt der Menopause, unterschieden nach der vorzeitigen ovariellen Erschöpfung (POI, < 40. Lj.) sowie der frühzeitigen natürlichen Menopause (40. – 45. Lj.) positioniert.

Ziel war es, entsprechende Prädiktoren und Empfehlungen für den Umgang mit diesen Situationen abzuleiten. Die Basis der Stellungnahme bildeten eine Auswertung der Literatur und ein Experten-Konsens (Mishra et al. EMAS position statement: Predictors of premature and early natural menopause. Maturitas 2019; 123: 82-88).

Kernaussagen der Stellungnahme sind:

  • Genetische Faktoren beeinflussen etwa 50% der Altersvarianten der natürlichen Menopause. Eine Familienanamnese mit einem POI oder einer frühzeitigen Menopause, „Kind einer Mehrlingsschwangerschaft“ und einige spezifische genetische Varianten bilden Risikofaktoren eines POI sowie einer frühzeitigen Menopause.
  • Eine frühe Menarche (≤ 11. Lj.), Nulliparität oder „low parity“, Nikotinabusus und Untergewicht stellen Risikofaktoren eines POI oder einer frühzeitigen Menopause dar.
  • Die klinischen Empfehlungen zur Behandlung fokussieren auf den frühzeitigen Beginn einer HT und deren Fortsetzung bis zum mittleren Menopausen-Alter (50.‒52. Lj.).
  • Frauen sollen zur Beendigung des Nikotinabusus (idealerweise vor dem 30. Lj.) und zur Gewichtsoptimierung motiviert werden.



Prof. Dr. med. Frank Nawroth