Einfluss der Akupunktur auf den Embryotransfer

Das Interesse der Paare an supportiven Maßnahmen außerhalb der “Schulmedizin” im Rahmen einer Kinderwunsch ist groß. Häufig lässt allerdings die wissenschaftliche Evaluation der “unterstützenden” Möglichkeiten zu wünschen übrig bzw. ist überhaupt nicht erfolgt.

Dies gilt für die schon länger im Fokus zahlreicher Studien befindliche Akupunktur nicht. Vorgestellt werden soll daher ein systematischer Review mit Meta-Analyse zum Nutzen der Akupunktur als ergänzende Intervention beim Embryotransfer (Smith et al. Acupuncture performed around the time of embryo transfer: a systematic review and meta-analysis. Reprod. Biomed. Online  2019;38:364-379).
Von 4681 Studien erfüllten 20 die Einschlusskriterien. Primärer Outcome-Parameter war die klinische Schwangerschafts-Rate verglichen mit Kontrollen mit einer “Sham”-Akupunktur.

Im Ergebnis zeigte sich in der Akupunktur- im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Erhöhung der Schwangerschafts- (RR 1,32, 95% CI 1,07–1,62, 12 Studien, 2230 Frauen) und Lebendgeburten-Rate (RR 1,30, 95% 1,00–1,68, 9 Studien, 1980 Frauen) sowie eine Senkung der Abort-Rate (RR 1,43, 95% CI 1,03–1,98, 10 Studien, 2042 Frauen). Auch wenn die Studien eine hohe Hetrogenität aufwiesen, waren die Unterschiede zwischen Akupunktur- und Kontroll-Gruppe signifikant.
Die Autoren betonen die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen.

Prof. Dr. med. Frank Nawroth