Antidepressiva in der Perimenopause

Im Rahmen der perimenopausalen Übergangsphase können neben somatischen Veränderungen auch Stimmungsschwankungen und depressive Symptome auftreten. Ob eine Hormontherapie in der Perimenopause auch positive Auswirkungen auf depressive Symptome hat, ist umstritten. Als Alternative wird daher auch der Einsatz von Antidepressiva (v.a. SSRI, SNRI) diskutiert. Allerdings konnten in einzelnen Studien bei der Anwendung bei depressiven Stimmungsschwankungen (Kriterien einer manifesten Depression hier nicht erfüllt) sogar negative Effekte beobachtet werden, so dass die internationalen Leitlinien nur bei Vorliegen einer „Major depressive disorder“ einen Einsatz empfehlen.

Vor kurzem wurde nun eine Metaanalyse zum Nutzen von Antidepressiva während der Perimenopause publiziert (1676 Teilnehmerinnen, mittleres Alter 52,6 Jahre) (Wu et al. Antidepressants during and after menopausal transition: a systematic review and meta-analysis. Sci Rep. 2020; 10: 8026). In sieben der eingeschlossenen Studien konnte im Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduktion der Symptome festgestellt werden. Interessanterweise verbesserten sich auch die Beschwerden bei Patientinnen mit depressiven Stimmungsschwankungen (auch wenn die Kriterien einer manifesten Depression nicht erfüllt waren). Die Autoren stellten jedoch auch fest, dass die Rate der Patientinnen, welche die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen beendigte, unter Antidepressiva höher war als unter Placebo. Nebenwirkungen waren überwiegend Übelkeit, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen.

Insgesamt stellen somit Antidepressiva durchaus eine gute Option zur Therapie depressiver Symptome - auch in der Perimenopause - dar.

Dr.med. Raquel Pozo-Ugarte
PD Dr. med. Sabine Segerer