Aneuploidiescreening bei wiederholten Aborten oder Implantationsversagen

Die Frage der nachfolgend beschriebenen aktuellen multizentrischen Studie war, ob ein Präimplantationsscreening nach Aneuplodien (PGT-A) die Lebendgeburtenrate bei Patienten mit wiederholten Aborten (recurrent pregnancy loss, RPL) aufgrund nachgewiesener embryonaler Aneuploidien oder mit einem Implantationsversagen (recurrent implantation failure, RIF) verbessert (Sato et al. Preimplantation genetic testing for aneuploidy: a comparison of live birth rates in patients with recurrent pregnancy loss due to embryonic aneuploidy or recurrent implantation failure. Hum. Reprod. 2019; Dec 7 [Epub ahead of print]).

  • RPL (≥ 2 Aborte, wenigstens einer davon mit einer Aneuploidie)
    n=41 mit PGT-A vs. n=38 ohne PGT-A (alles ICSI-Zyklen)
  • RIF (≥ erfolglose Embryotransfers)
    n=42 mit PGT-A vs. n=50 ohne PGT-A (alles ICSI-Zyklen)

Dabei wurden mindestens 10 Frauen aus jeder Altersgruppe (35-36, 37-38, 39-40 or 41-42 Jahre) in die PGT-A-Gruppen eingeschlossen und für das PGT-A die Trophektodermbiopsie und Array-CGH verwendet.

Der Vergleich zwischen den jeweils 2 Gruppen bezog sich auf die Lebendgeburtenrate nach dem Transfer je einer Blastozyste und umfasste außerdem die Abortrate sowie die Häufigkeit einer Euploidie, Trisomie und Monosomie in den Blastozysten.

Im Ergebnis der Studie zeigte sich, dass ein Aneuploidiescreening in der o.g. Klientel weder die Geburtenrate steigert noch die Abortrate reduzierte. Allerdings hatte das Aneuploidiescreening den Vorteil, dass weniger Transfers für dieselbe Lebendgeburtenzahl erforderlich waren als bei den Frauen ohne PGT-A.

Prof. Dr. med. Frank Nawroth