Aus der Forschung in die Praxis

Die neuesten Ergebnisse und Beiträge zu den Themengebieten Kinderwunsch, Pränatale Medizin, Humangenetik, Endokrinologie und Osteologie für Fachleute und interessierte Laien lesen Sie regelmäßig hier:

Die nachteiligen Auswirkungen einer manifesten Schilddrüsenunterfunktion bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft sind seit langem bekannt und eine erforderliche Therapie unstrittig. In den vergangenen Jahren sind durch die beteiligten Fachgesellschaften jedoch neue und teilweise voneinander abweichende Leitlinien hinsichtlich der Notwendigkeit einer Schilddrüsenhormontherapie bei milderen oder subklinischen Verlaufsformen publiziert worden. Diese zeichnen sich durch eine TSH-Erhöhung bei im...

[mehr ...]

Es ist bekannt, dass die operative Versorgung einer Hydrosalpinx die Schwangerschaftsrate bei einer nachfolgenden IVF signifikant erhöht (Johnson et al. Surgical treatment for tubal disease in women due to undergo in vitro fertilisation. Cochrane Database Syst. Rev. 2010; 1: CD002125) und das Abortrisiko signifikant reduziert (Harb et al. Hydrosalpinx and pregnancy loss: a systematic review and meta-analysis. Reprod. Biomed. Online 2019; 38: 427-441).
Unklar ist allerdings, ob eine...

[mehr ...]

ICSI vs. IMSI

Seit längerem bieten manche Zentren die IMSI zur morphologischen Selektion von Spermien als ergänzende Methode zur ICSI an. Fraglich ist allerdings der Nutzen dieses Verfahrens.

In einer Cochrane-Analyse zeigte sich 2013 kein Vorteil der IMSI/ICSI gegenüber der konventionellen ICSI (Teixeira et al. Regular (ICSI) versus ultra-high magnification (IMSI) sperm selection for assisted reproduction. Cochrane Database Syst. Rev. 2013; 7: CD010167).
Aufgrund seitdem publizierter weiterer randomisierter...

[mehr ...]

Die medikamentöse Behandlung der Tubargravidität mit Methotrexat (MTX) ist etabliert, aber die verschiedenen Therapieprotokolle werden häufiger kontrovers diskutiert.
In einer aktuellen Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien (bis Juli 2018) wurden die Ergebnisse im „single-dose“-, „two-dose“- und „multi-dose“-Protokoll verglichen (Alur-Gupta et al. Two-dose versus single-dose methotrexate for treatment of ectopic pregnancy: a meta-analysis. Am. J. Obstet. Gynecol. 2019; 221:...

[mehr ...]

Das mit einer Prävalenz von 8-13% häufige PCO-Syndrom (PCOS) kann und muss individuell unterschiedlich therapiert werden.
Nach einem Review von Studien bis Januar 2017 wurden 56 randomisierte kontrollierte Untersuchungen in einer aktuellen Meta-Analyse eingeschlossen. Diese Studien verglichen den Effekt von kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK) und/oder Metformin beim PCOS (Teede et al. Effect of the combined oral contraceptive pill and/or metformin in the management of polycystic ovary...

[mehr ...]

Durch Studienergebnisse aus den 80er Jahren galt bei der Verwendung von Clomifen zur ovariellen Stimulation lange, dass es das Risiko für Neuralrohrdefekte erhöht. Auch heute noch begegnet man dieser Aussage nicht selten.
Eine 1995 publizierte Meta-Analyse von Beobachtungsstudien beschrieb ein Risiko von 1,08 (95% CI 0,76–1,51) und widersprach damit diesem Zusammenhang (Greenland & Ackerman.  Clomiphene citrate and neural tube defects: a pooled analysis of controlled epidemiologic studies and...

[mehr ...]

Folsäure (Vitamin B9) wird für die DNA-Replikation und als enzymatisches Substrat für Reaktionen in der Aminosäuren-Synthese und im Vitamin-Stoffwechsel benötigt. Eine Folsäure-Mangelsituation ist mit mütterlichen (Anämie, periphere Neuropathie) und kindlichen (u.a. Spina bifida) Anomalien assoziiert.
Der Begriff „Folat“ beinhaltet:

  • Synthetische Folsäure aus kommerziellen Nahrungsergänzungsmitteln
  • Dihydrofolat (DHF) aus Nahrungsmitteln (z.B. grünes Gemüse, Eigelb, Leber und Zitrusfrüchte),...
[mehr ...]

Eine aktuelle Stellungnahme der EMAS (European Menopause and Andropause Society) hat sich zur Assoziation von genetischen, reproduktiven und Umweltfaktoren mit dem Zeitpunkt der Menopause, unterschieden nach der vorzeitigen ovariellen Erschöpfung (POI, < 40. Lj.) sowie der frühzeitigen natürlichen Menopause (40. – 45. Lj.) positioniert.

Ziel war es, entsprechende Prädiktoren und Empfehlungen für den Umgang mit diesen Situationen abzuleiten. Die Basis der Stellungnahme bildeten eine Auswertung...

[mehr ...]